Vor einiger Zeit erreichte mich folgende E-Mail:

From: pfpfp@web.de
Subject: Gesprächstermin
Hallo Herr Kreuz,
ich hätte gerne einen Gesprächstermin.
Gruß.

Tja, was sollte ich darauf antworten? Im Hochschulalltag geht manches drunter und drüber. Aber bei so einer E-Mail wird es dann doch schwierig.

Seit heute kann ich einen Link auf diesen Artikel zurücksenden ;-)

Persönliche Gespräche lassen sich durch nichts ersetzen. Um schnell und effektiv einen gemeinsamen Termin zu finden, sollte ein Gesprächswunsch etwas mehr als obige E-Mail enthalten:

  1. Ihre Absendeadresse sollte gültig sein. Sonst ist eine Antwort schwierig. (Ja, auch das ist mir schon untergekommen)
  2. Sie müssen Ihren Zu- bzw. Nachnamen eindeutig angeben. Ganz toll ist es, wenn ich erkennen kann, ob Sie ein weibliches oder ein männliches Wesen sind. So kann ich auch korrekt antworten. (Sind Sie “Frau Inka Frank”, wenn Sie mit “Gruß, Inka, Frank” unterschreiben, oder heißen Sie “Herr Frank Inka”?)
  3. Sagen Sie bitte, worüber Sie mit mir sprechen wollen. Ich möchte mich auf das Gespräch mit Ihnen vorbereiten.
  4. Vielleicht geben Sie auch Wunschtermine an. Alternativ sollten Sie als Studierender das Semester angeben, zu dem Sie die meisten Veranstaltungen besuchen. Dann kann ich einen Termin bestimmen.

Sie erhalten dann eine E-Mail von mir, in der ich einen Termin vorschlage. Sofern dieser auch Ihnen zusagt, bestätigen Sie ihn bitte per E-Mail. Warum? Lesen Sie einfach den Artikel über das sog. Drei-Wege-Handshake.

Wenn Sie diesen Termin nicht rechtzeitig bestätigen, sollten Sie sich nicht wundern, wenn ich zum vermeindlich vereinbarten Termin nicht anwesend bin. Erst mit Ihrer Bestätigung werte ich den Termin als vereinbart.

Beachten Sie bitte auch, wie schnell ich auf eine E-Mail antworte.

Danke! (Und das Leben wird für uns alles wieder ein Stückchen einfacher)

:-)

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Sie soll zeigen, dass innerhalb einer vorgegebenen Frist ein Problem aus dem Fach selbstständig nach wissenschaftlichen Methoden bearbeitet werden kann. (§26 SPO HHN, Allgemeiner Teil)

Die Studien- und Prüfungsordnung gibt es vor: in der Abschlussarbeit, ob nun Diplomarbeit, Bachelorarbeit, Bachelorthesis, oder wie die Arbeit gerade benannt wird, muss der Studierende nachweisen, dass sie/er nach wissenschaftlichen Methoden arbeiten kann.

Doch was bedeutet dies konkret? Worauf hat der Studierende zu achten? Wie soll ich eine Arbeit als Gutachter bewerten?

Eine Bewertung aus dem Bauch heraus (“ich finde die Arbeit gar nicht einmal so schlecht”) ist nicht der Weg der Wahl. Spätestens nach dem dritten Gutachten skaliert das Bauchgefühl nicht mehr und man fängt an, Arbeiten miteinander zu vergleichen (“Die letzte Arbeit war eine 2, diese Arbeit ist nicht schlechter, also gibt es eine 2+”).

Jede Arbeit muss für sich isoliert bewertet werden.

Wenn Arbeiten nur noch in Relation zu anderen bewertet werden, besteht die Gefahr, dass sich die Bewertungen in eine bestimmte Richtung bewegen. Die Erinnerung an die letzte Bewertung trügt, und schon wird die vorliegende Arbeit anders bewertet. Im Endergebnis führt dies zu einer Schwemme von Einsen und Zweien. Wie kann da ein Durchschnitt von der Note Drei erreicht werden? Sind diese Einsen und Zweien dann noch etwas wert?

Deshalb habe ich angefangen, Bewertungskriterien auszuarbeiten. Ausgangspunkt war das Bewertungsschema für Seminar-, BA- und MA-Arbeiten von Joachim Grzega. Eine weitere wichtige Quelle war How science works: The flowchart. Nebenbei, eine nette Website für Studierende und Dozenten.

Herausgekommen ist die folgende Liste. Es mag auffallen, dass dort Inhalt und Umfang der Arbeit nicht explizit erwähnt werden. Das Arbeiten nach wissenschaftlichen Methoden steht nun einmal gemäß SPO im Vordergrund, nicht Inhalt und Umfang. Aber keine Sorge, inhaltslose und schmalspurige Arbeiten fallen auch bei diesen Kriterien auf.

  1. Wurde ein einheitliches und übliches Layout verwendet?
  2. Wird korrekt zitiert, sind Quellenangaben ausreichend und gibt es ein korrekt aufgebautes Literaturverzeichnis?
  3. Stimmen Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik?
  4. Ist die gesamte Arbeit, wie auch die einzelnen Kapitel, nach dem Muster Einleitung/Inhalt/Zusammenfassung aufgebaut (“Erst sagen, was man sagen möchte, dann sagen, was man zu sagen hat und zum Schluss sagen, was man gesagt hat”)? Ist die Zusammenfassung (“Management Summary”) wirklich eine Zusammenfassung und nicht z.B. eine thematische Einführung?
  5. Wird die Frage/Hypothese in der Einleitung genannt? Ist sie fachlich relevant?
  6. Wird das Themengebiet angemessen vorgestellt und gegenüber anderen Gebieten ausreichend abgegrenzt?
  7. Erfolgen die einzelnen Schritte der Arbeit in einer logischen und dem Fach angemessenen Reihenfolge?
  8. Ist der “Stand der Technik” ausreichend berücksichtigt und richtig eingeordnet worden?
  9. Sind Begriffe klar definiert?
  10. Sind Beobachtungen/Beschreibungen/Klassifikationen richtig und nachvollziehbar?
  11. Sind Beobachtungen von Bewertungen deutlich getrennt?
  12. Sind für Aussagen die jeweiligen Quellen oder eigene Erhebungen vollständig angegeben?
  13. Ist die Qualität der Quellen ausreichend?
  14. Sind Beurteilungen/Schlüsse nachvollziehbar?
  15. Wurden Alternativen betrachtet (Produkte, Lösungswege, Szenarien, …)?
  16. Ist eine deutliche Eigenleistung erkennbar?
  17. Sind Aufbau und Präsentation der Arbeit der Publikationsform angemessen?
  18. Zeichnet sich die Arbeit durch etwas Besonderes aus?
  19. Gibt es einen Ausblick auf mögliche weitere Arbeiten?

Diese Punkte lassen sich kanonisch auf ein Notenschema abbilden: 0-2 = 5,0; 3-4 = 4,7; 5-6 = 4,0; 7-8 = 3,7; 9 = 3,3; 10-11 = 3,0; 12 = 2,7; 13-14 = 2,3; 15 = 2,0; 16 = 1,7; 17-18 = 1,3; 19 = 1,0.

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