Methoden mag es eine Million geben oder noch mehr, aber Prinzipien gibt es nur wenige. Wer Prinzipien begreift, kann mit Erfolg seine eigenen Methoden auswählen. Wer Methoden ausprobiert und Prinzipien ignoriert, wird ohne Zweifel Probleme bekommen. (Ralph Waldo Emerson)
Dies ist eine beliebte Frage in und vor der Prüfungszeit. Obiges Zitat beantwortet zu einem großen Teil diese Frage, ist aber für den einen oder die andere etwas abstrakt.
Erst einmal, die Hochschule sollte kein Ort mehr sein, an dem Informationen in großem Stil auswendig gelernt werden müssen. Vielleicht mag dies für den einen oder anderen Studiengang noch gelten, wie z.B. Jura. Aber letzten Endes sollen Sie an einer Hochschule lernen, wie man (wissenschaftlich) denkt und wie Sie Ihr Wissen selbständig und nachhaltig erweitern. Sie müssen eine gewisse Intuition für Ihr Arbeitsgebiet entwickeln, wollen Sie später erfolgreich sein. Das geht nicht über reines Auswendiglernen.
Beachten Sie auch die Halbwertszeit von Wissen, besonders in der Informatik. Nach ca. 2 Jahren ist die Hälfte Ihres Produktwissens nichts mehr wert. Sprich, alles was Sie heute auswendig lernen, ist nach Ende Ihres Studiums weniger als die Hälfte wert. Übrigens, Konzeptwissen hat in der Informatik eine Halbwertszeit von ca. 10 Jahren.
Doch zurück zur Ausgangsfrage: was kommt in der Klausur dran?
Diese Frage zielt in mehrere Richtungen.
- Welchen Inhalt frage ich ab? Da ist die Antwort einfach: alles, was in den Präsenzveranstaltungen, Vorlesungen, Übungen, … vorgestellt bzw. besprochen wurde. Es gibt keinen spezifischen Schwerpunkt, für den Sie sich besonders vorbereiten müssen.
- Wie vergebe ich Punkte? Auch da mag ich es einfach: für jede Aufgabe schätze ich, wie viele Minuten Sie für die Lösung/Antwort benötigen würden. Genauso viele Punkte gibt es. Sprich, bei einer Klausur über 120 Minuten gibt es maximal 120 Punkte. Ihre Lösung/Antwort für eine bestimmte Aufgabe bewerte ich mit einer Genauigkeit von 0,5 Punkten. Bei mir gibt es keine Viertel-, Achtel- oder Zehntelpunkte. Da bin ich dann doch auch Ingenieur: “Wer viel misst, misst Mist”. Multiple-Choice-Fragen gibt es auch nicht. Diese dienen im Wesentlichen dazu, den Korrekturaufwand zu minimieren. Von ihrer Legitimität, je nach Prüfungsordnung, ganz zu schweigen.
- Wie bewerte ich Ihre Antworten? Ich habe zwar Musterlösungen, aber ich prüfe Ihre Antworten immer dahingehend, ob diese zur Aufgabenstellung passen. In dubio pro reo. Die deutsche Sprache ist nämlich so schön mehrdeutig und ich möchte nicht ausschließen, dass ich mich bei einer Aufgabenstellung sprachlich vergaloppiere. Errare humanum est.
- Welche Note können Sie im Durchschnitt erwarten? Auch einfach, eine 3,0. Das ist die Definition der Note 3,0: durchschnittlich. Genauer: bei einer Gruppe von durchschnittlich befähigten “Prüflingen” ist die Durchschnittsnote eine 3,0. Aber Sie wollen doch besser sein, als der Durchschnitt, oder?
- Was für Arten von Fragen stelle ich? Das ist jetzt nicht ganz so einfach zu beschreiben.
Zunächst einmal nehme ich für mich nicht in Anspruch, dass die von mir geprüften Fächer die allein glückselig machenden Fächer sind. Einige von ihnen möchten sich in diesen Fächern weiter spezialisieren. Andere wollen die Klausur nur bestehen, weil sie andere Schwerpunkte setzen. Die letzteren möchte ich nicht zu ihrem Glück zwingen.
Für das Bestehen einer Klausur ist eine 4,0 nötig, d.h. Sie müssen die Hälfte der maximalen Punkte erreichen. Zum Beispiel also in einer Klausur über 120 Minuten müssen Sie 60 Punkte schaffen. Die können Sie erreichen, wenn Sie die Inhalte der Folienkopien, Übungen, Zwischentests und meiner mündlichen Anmerkungen auswendig lernen (deshalb ist es eine gute Idee, in der Vorlesungszeit immer etwas zum Schreiben dabei zu haben). Aber etwas besseres als eine 4,0 gibt es dann auch nicht!
Wenn Sie mehr als die Note 4,0 anstreben, müssen Sie Aufgaben bearbeiten, die ein gewisses inhaltliches Verständnis für das geprüfte Fach voraussetzen. Zum Beispiel müssen Sie in der Lage sein, aus einer Aufgabenstellung heraus einen Algorithmus zu entwerfen (“Programmierung 1 / 2″), Teile eines Projektplans zu verfassen (“Projektmanagement 1″), den Sinn oder Unsinn bestimmter Entwurfsmuster zu begründen (“Software Engineering”) oder Einsatzstrategien für Anwendungssysteme zu entwickeln (“E-Business Applications”). Dafür gibt es dann die andere Hälfte der zu erreichenden Punkte. Diese Aufgaben sind meistens nach Schweregrad für die zu erreichende Note gestaffelt.
Sie streben mehr als eine Note 4,0 an, können aber nicht so gut auswendig lernen? Da haben Sie mein vollstes Mitgefühl! Mir ging und geht es genauso. Dafür gibt es die erlaubten Hilfsmittel, namentlich den Spickzettel.
Ach ja, eine Frage wird es in so gut wie jeder Klausur geben: die “Sternchenfrage”. Das ist eine Frage, die auch fachlich unbelastete Personen beantworten können. Getestet in meinem direkten, persönlichen Umfeld ;-)
So, ich hoffe wir können in den Fragestunden diese formalen Dinge beiseite lassen und uns auf inhaltliche Fragen konzentrieren.
Im Übrigen bin ich sowieso für mündliche Prüfungen, bei Kaffee und Kuchen.
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In den Klausurarbeiten und sonstigen schriftlichen Arbeiten sollen die Studierenden nachweisen, dass sie in begrenzter Zeit und mit begrenzten Hilfsmitteln mit den gängigen Methoden ihres Faches Aufgaben lösen und Themen bearbeiten können. In der Klausur soll ferner festgestellt werden, ob sie über notwendiges Grundlagenwissen verfügen.
Dieses Zitat aus der Studien- und Prüfungsordnung (§10) gibt den Rahmen vor: begrenzte Hilfsmittel.
Daher gilt für Klausuren meiner Veranstaltungen diese Begrenzung:
- Nehmen Sie Ihren Kopf mit! Das ist manchmal schwieriger als erwartet.
- Etwas zum Schreiben sollten Sie besser auch dabei haben. Idealerweise Kugelschreiber und Bleistift/Anspitzer/Radierer. Letztere z.B. für kleine Ideenskizzen.
- Sie dürfen ein von Ihnen selbst handschriftlich beschriebenes Blatt im Format DIN-A4 (Vorder- und Rückseite) verwenden. D.h. ein eigener (!) Spickzettel ist erlaubt. Explizit nicht erlaubt, sind von Ihnen bedruckte Blätter.
- Für die Klausur zur Veranstaltung “Programmierung 1″ wird zusätzlich eine Java-Referenzkarte gestellt. Deren Inhalt können Sie den Vorlesungsunterlagen entnehmen.
Mehr ist nicht erlaubt.
Zu wenig? Sie wollen z.B. alle Fachbücher zur Verfügung haben? Hmm, zum einen kann dies der Prüfungsordnung widersprechen. Zum anderen sollten Sie überlegen, was ein größerer Umfang an erlaubten Hilfsmitteln für Auswirkungen auf Inhalt und/oder Umfang der Klausurfragen hat.
Übrigens, das Erstellen eines Spickzettels hat positive Auswirkungen auf Ihren Lernerfolg. Im Idealfall können Sie sagen: “ich hatte mir einen Spickzettel erstellt, brauchte ihn aber gar nicht”. Ist doch besser als: “ich hatte mir keinen Spickzettel erstellt, hätte aber einen gebraucht”.
Kleiner Tipp: warum erstellen Sie zur Nachbereitung jeder Unterrichtsstunde nicht gleich einen Spickzettel, äh eine Zusammenfassung, des frisch Gehörten?
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Vorbemerkung: Die folgende Regelung (neudeutsch: SLA, Service Level Agreement) gilt für meine professionelle Arbeit. Für den privaten Bereich gibt es keine Regelungen.
Das Schöne an dem Medium E-Mail ist, dass beide Partner nicht zur gleichen Zeit miteinander kommunizieren müssen. Erwarten Sie daher bitte keine sofortigen Antworten. Sie können aber erwarten:
- An jedem Werktag (Mo-Fr) versuche ich mindestens zwei Mal in mein Postfach zu sehen: mittags (so um 13 Uhr) und abends (so um 17 Uhr). Natürlich nur, wenn ich nicht gerade im Urlaub bin.
- Ich versuche innerhalb von 24 Stunden (Mo-Fr!) zu antworten, nachdem ich Ihre E-Mail gelesen habe.
- Meine Antwort kann auch lauten: “Ich benötige noch etwas Zeit, um Ihre Anfrage zu bearbeiten. Bis zum [Datum] werde ich mich bei Ihnen melden: …”
- Sie können daher nach ca. 1,5 Tagen mit einer Antwort von mir rechnen, häufig auch früher. Manchmal müssen Sie eine Nacht oder ein Wochenende abwarten.
- Beispiel 1: Sie senden mir um 11:30 Uhr eine E-Mail, die ich mittags gegen 13:00 Uhr lese. Spätestens am nächsten Tag um 13:00 Uhr sende ich Ihnen eine Antwort, d.h. Sie warten 25,5 Stunden.
- Beispiel 2: ich rufe meine E-Mails z.B. abends gegen 17:00 Uhr ab, Sie senden mir um 17:15 Uhr eine E-Mail, die ich am nächsten Tag um 13:00 Uhr lese und bis zum nächsten Tag 13:00 Uhr beantworte.
- Beispiel 3: nachdem ich Freitagabends meine E-Mail abgerufen habe, senden Sie mir eine E-Mail. Montagmittag rufe ich diese ab, bis Dienstagmittag versuche ich sie zu beantworten. In diesem Fall müssen Sie über das Wochenende warten.
- Beispiel 4: Sie senden mir spät am Donnerstag eine E-Mail, die ich Freitagmittags lese. Bis Montagmittag sollten Sie eine Antwort erhalten haben.
- Wenn ich auf eine E-Mail antworten soll, dann müssen Sie mich direkt anschreiben und unter “To:” (bzw. “An:“) meine E-Mailadresse angeben. Geben Sie meine E-Mailadresse unter “CC:” oder “BCC:” an, sollte Sie nicht mit einer Antwort rechnen. “CC:” oder “BCC:” interpretiere ich als “zur Kenntnis, keine Aktion notwendig”.
- Wenn sie meine E-Mailadresse unter “CC:” oder “BCC:” angegeben haben und trotzdem von mir eine Antwort erwarten, dann müssen Sie dies unübersehbar in der E-Mail formulieren.
- Aber: E-Mails, in denen ich unter “CC:” oder “BCC:” adressiert wurde, werden von mir als letztes bearbeitet. Und vielleicht schaffe ich es dann innerhalb von 24 Stunden nicht, Ihnen eine Antwort zu geben.
- Den Eingang von Lösungen / Präsentationen / … im Rahmen von Lehrveranstaltungen versuche ich schnellstmöglichst zu bestätigen. Sie haben dann die Gewissheit, dass der technische Transport funktionierte.
- Haben Sie mich direkt adressiert und ich habe innerhalb der von mir oben angegebenen Frist nicht geantwortet, dann können Sie gerne einmal nachfragen. Dinge können schief laufen und Sie möchten eine Antwort haben.
Meistens antworte ich aber schneller. Oft läuft mein E-Mailprogramm im Hintergrund mit. Aber eben nicht immer. Immer dann, wenn ich in Ruhe arbeiten möchte…
Fragen? Schicken Sie doch eine E-Mail ;-)
Update (2009-01-19): in einer ersten Version plante ich mindesten drei Mal pro Tag in mein Postfach zu sehen. Zwei Mal tut es auch. Keine Mail wäre in der Vergangenheit später beantwortet worden.
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