In der c’t-Ausgabe 23/2009 gibt es einen Artikel mit Namen Elefantengedächnis, der beschreibt, wie man die Twitter-Timeline nebst Links und Bilder archivieren kann. Zwei Gedanken gingen mir nacheinander durch den Kopf. Erstens: “Hätte ich doch etwas gewartet, da hätte mir dann jemand Arbeit abgenommen”. Zweitens: “Zum Glück habe ich vorher angefangen und meine eigenen Erfahrungen gesammelt”.

Im Unterschied zu Twacbak ist Twitterbak mit Hilfe von Perl und PHP implementiert. Der Perl-Code dient dazu Twitter regelmäßig per API abzufragen und die Ergebnisse abzuspeichern. Mit PHP wird ein web-basierter Dienst implementiert, um die Ergebnisse anzuzeigen und zu durchsuchen. Schwerpunkt von Twitterbak ist das Archivieren der eigenen Tweets.

Ist Twitterbak eine Konkurrenz zu Twacbak?

Auf jeden Fall. Eine gute dazu.

Das Profil von Twitterbak ist klar: Datensicherung. Wohin die Reise mit Twacbak hingehen wird, ist mir dagegen noch nicht klar.

Was gibt es an Ähnlichkeiten? Beide wollen die Ergebnisse von Twitter-Aktivitäten längerfristig sichern, beide nutzen dazu SQLite als interne Datenbank. Beide sichern die eigenen Tweets, die direkten Nachrichten und die sog. Mentions, d.h. Tweets, in denen der eigene Account erwähnt wird. Beide sollen periodisch im Hintergrund, z.B. als Cron-Job, ablaufen.

Was kann Twacbak darüber hinaus? Twacbak kann auch die gesamte Timeline sichern, d.h. alle Tweets aller Account, denen man selbst folgt. Es werden die Favoriten gesichert und, ganz wichtig, alle Friends und Follower. Ich weiß, wovon ich spreche. Die Liste derjenigen denen man folgt ist ein fast so wertvolles Asset, wie die eigenen Tweets. Nebenher speichert Twacbak die Friend/Follow-Historie, denn es gibt immer wieder welche, die einem abwechselnd folgen und wieder nicht folgen. Damit ist Twacbak nicht nur ein Werkzeug zum Sichern der Twitter-Aktivitäten, sondern unterstützt diese auch. Mit Twacbak können sebst auch Tweets gesendet werden, Re-Tweets auf Basis von Schlüsselworten werden unterstützt, auch das Folgen per Kommandozeile geht.

Viele der anderen Unterschiede sind Geschmackssache. Ob ich nun das Ganze über eine Konfigurationsdatei steuere oder ob die Daten in der Datenbank selbst abgelegt werden: jeder wird für beides Vor- und Nachteile finden. Ditto für Änderungen am Quellcode selbst und einige Befehlsoptionen mehr gegenüber der Wahl für eine kleine Skriptsprache. Letztens Endes Firlefanz für einen Vergleich.

Natürlich kann das eine oder andere auch schnell von Twitterbak implementiert werden. Auch die größere Fehlertoleranz, wenn Twitter mal wieder nicht verfügbar ist. Darauf freue ich mich.

Ich habe für Twacbak die Anregung aufgenommen, die kurzen URL zu ermitteln, die sich hinter den Twitter-typischen Short-URL’s (z.B. via bit.ly) verbergen. Das gleiche gilt für Bilder. Nebenbei, dank der Python-Bibliotheken (“Batteries included“) geht das Ganze leichter und weniger fehleranfällig von der Hand. (Die Spitze musste sein, ich nehm das aber nicht zu ernst ;-) )

Über den Artikel habe ich mich sehr gefreut. Bestätigt er doch, wie sinnvoll es ist, selbst für die Sicherung der eigenen Daten zu sorgen und sich nicht immer nur irgendwelchen obskuren Web-Diensten anzuvertrauen. Ich werde die Entwicklung von Twacbak im Rahmen meines knappen Zeitbudgets vorantreiben und immer mal nach nebenan zur Konkurrenz schielen.

Die belebt nämlich auch den eigenen Geist.

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Laudatio zum 25-jährigen Jubiläum der Zeitschrift c’t, gehalten am 31.10.2008 in Hannover. Achtung, lang.

25 Jahre c’t: Nobody is Prefect bei Glaserei

Eine schöne Laudatio auf eine Zeitschrift, die mein bisheriges Berufsleben begleitet hat. Auch der Artikel bei SPIEGEL ONLINE: Zentralorgan von Nerdistan versetzt mich in Gedanken in die Zeit meiner eigenen Anfänge.

“Damals” habe ich meine Erfahrungen mit einem TRS 80-Nachbau namens Video Genie gesammelt. Erst in BASIC, aber dann hatte ich genug davon (nein, BASIC ist nicht meine erste Programmiersprache gewesen!). Mit einem abgetippten Disassembler habe ich das gesamten “Betriebssystem” kennen gelernt. Danach wusste ich: ich brauche etwas anderes. Gefunden habe ich Forth, dass ich auf meinem Rechner in mühseliger Tipparbeit zum Laufen brachte. Ganz stolz war (und bin) ich, dass ich das 8080-Forth so verbessert habe, dass es schneller als das Z80-Forth war. Nebenbei habe ich die Datasette um 50% verbessert, indem ich nur für jedes zweite Bit ein Synchronisationsbit geschrieben habe…

Im Frühjahr 1984 fiel mir bei einem “Händler” die c’t ins Auge. Computerzeitschriften gab es viele. Ich schwankte immer zwischen der mc und der CHIP. Die CHIP war mir zu schwafelig, aber mein Vater hatte diese für mich abonniert. Die mc war wesentlich prägnanter, bot auch viele Listings aber war mir zu hardwarenah. Die c’t hatte zwar auch das eine oder andere Hardwareprojekt, aber war schon von Anfang an wesentlich ambitionierter aufgestellt. Die CHIP hatte ich vom Niveau schnell verlassen, die mc blieb mir in der Bastlerecke. Bei der c’t musste ich viel nachdenken. Zum Glück konnte ich meinen Vater überreden, das Abonnement der CHIP in eines der c’t umzuwandeln.

Seitdem ist die c’t mein treuer Begleiter. An ihr kann ich immer wieder die größer werdende Bandbreite der Computerindustrie nachvollziehen. In den Anfangszeiten konnte auch ich noch alles überblicken, aber wenn es heutzutage z.B. um Prozessoren und Graphikkarten geht, komme ich im Detail nicht mehr mit. Klar, ich habe inzwischen meinen eigenen Schwerpunkt, in dem ich die c’ hinter mir lasse. Aber für die “IT-Allgemeinbildung” ist sie für mich immer noch ohne Vergleich. Seit mehr als 23 Jahren bezahle ich das Abonnement selbst, ich musste es noch nie in Frage stellen.

Liegt die c’t (meistens Sonnabends) im Briefkasten, heißt es “das Wochenende ist gerettet”. Teilweise zum Leidwesen meiner Partnerin, aber ich glaube mich über die Jahre zu bessern. Früher auch zum Leidwesen meiner Kinder. Heutzutage ist deren erste Frage, wenn wir uns sehen: “Wo ist die c’t?”.

In diesem Sinne reihe ich mich in die sicher endlose Schlange der Gratulanten ein. Vielen Dank c’t für die Begleitung über knapp 25 Jahre. Die nächsten 25 Jahre (bis zur Rente ;-) ) plane ich auch schon mal ein. Und hoffentlich bin ich dann ein ruheloser Rentner…

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