Knapp drei Wochen ist es her, seit dem mein Tw***er-Account nicht mehr so wie gewohnt reagiert. Wenn ich morgens in ein leeres Büro komme, sind keine netten Leute mehr da. Meine Timeline umfasst aktuell etwa die letzten 21 Follower, d.h. mit den meisten konnte ich noch keine wirkliche Beziehung aufbauen. Diejenigen, zu denen es eine Beziehung gibt, folgen mir nicht und können mir nicht folgen. Umgekehrt kann ich nicht mehr als den aktuell 17 Personen folgen. @Jimmy1966 hat dafür ein Wort geprägt: Twitterknast.

Im Gegensatz zu anderen bin ich nicht in Isolationshaft. Mein Account funktioniert ansonsten soweit. Über die @-Notation kann ich mit anderen kommunizieren, nur DM’s gehen nicht. Aber es ist schon sehr mühsam.

In den ersten Tagen wurde ich dadurch bei der Bewertung der Klausuren nicht zu sehr abgelenkt. Die Organisation des 2. Heilbronner Twittertreffens (getarnt als Twittagessen) klappte mit Hilfe meines Co-Organisators @NurIch. Der Besuch meiner Söhne wurde durch keine Diskussionen oder Anregungen auf Twitter “gestört”.

Besonders gefreut hat mich, dass mich einige auf Twitter vermissen. Sei es über direkte Nachfragen via @-Notation oder mit dem Versuch, mir wieder zu folgen. Letztere klappt zwar nicht, aber ich bekomme jedes Mal eine E-Mail. Vielen Dank an (in halbwegs chronologischer Reihenfolge): @samakah, @torridluna, @kreativgut, @Jimmy1966, @Allaboutdancing, @ok23, @lamaiire, @maennig, @WolfgangKraus, @mai_kaefer, @tadels, @jkamlowski, @AKleiner, @taxxas, @kaestnerm. Ich hoffe, ich habe keinen vergessen.

Ich ahne zwar woran es liegt (es wurden von Twitter jede Menge Spam-Accounts entfernt, das Problem meines Accounts ist wohl ein Kollateralschaden) und weshalb wenig passiert (Twitter war/ist Ziel einer DOS-Attacke), aber nach drei Wochen ist nun langsam Schluss. Ich treffe Vorbereitungen für einen Nachfolgeaccount.

Was sind meine bisherigen Ideen?

  • Die Liste der Leute, denen ich bis zum 22.07.2009 folgte, konnte ich dank TweetDeck rekonstruieren. TweetDeck speichert die Namen aller Personen / Accounts, denen ich folgte und die während es lief mindestens einen Tweet abgesetzt haben in einer internen SQLite-Datenbank. Damit fehlen mir nur die stillen Benutzer, d.h. einige Studierende meiner Veranstaltungen. Die kann ich im nächsten Semester ansprechen.
  • Mit Hilfe der API konnte ich meine gesamten Tweets sichern. Zum Glück waren es weniger als 3200, denn mehr liefert die API nicht aus.
  • Alles andere (Replies, DM’s, Favorites) kann man auch über die API sichern.
  • Also baue ich mir erst einmal eine kleine Infrastruktur auf, um meine vergangenen und zukünftigen Aktivitäten über Twitter lokal zu sichern.
  • Ich wollte sowieso mal wieder etwas programmieren.
  • Das Ganze werde ich in Python implementieren, denn es gibt gute Tools, die dabei helfen.
  • Auch Friends und Follower werde ich sichern, auch um später festzustellen, wer mir folgt und wer die Verfolgung abbricht.
  • Dafür gilt es ein kleines DB-Modell aufzubauen und ich kann gleich mal SQLAlchemy ausprobieren. Das wollte ich immer schon mal machen, mir fehlte nur die richtige Anwendung.
  • Das Problem des Accountnamens @dkreuz ist hoffentlich gelöst: Accountnamen kann man umbenennen. Ob es klappt, weiß ich nicht. Aber zur Not habe ich einen netten, selbstironischen Reservenamen.
  • Mein Identi.ca-Account ist eine gute Reserve, falls mal Twitter den Geist aufgibt.

Im Endeffekt soll eine kleine Anwendung zustande kommen, die meine Aktivitäten auf Twitter sichert. Meine Tweets kommen in eine Datenbank und werden auf Identi.ca gespiegelt. Follower und Friends werden gesichert und ich werde benachrichtigt, falls sich dort etwas ändert. Sollte ein Nachfolgeaccount auch ein Problem bekommen, kann ich schneller auf einen anderen/neuen Account wechseln.

Und zu allem Überfluss komme ich auch dazu, @hhn_eb mit etwas Leben zu füllen: der soll alle Tweets von Followern retweeten, die mit #hhneb markiert sind.

Im nächsten Schritt kümmere ich mich um die Anforderungen und Anwendungsszenarien im Detail.

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Endlich bin ich einmal dazu gekommen, meine Installation von Python von Version 2.5.x auf 2.6.x zu aktualisieren. Nur, ein Hindernis gab es dabei: easy_install.

easy_install ist ein extrem nützliches Werkzeug, um externe Python-Pakete zu installieren, wie z.B. das vorzügliche docutils oder SQLAlchemy. Es ist bei mir der Dreh- und Angelpunkt für weitere Python-Software, egal für welchen Zweck.

Also, easy_install muss nach der Installation von Python 2.6.x als Erstes selbst installiert werden. Schnell zur PyPI-Seite für die setuptools, in denen easy_install enthalten ist. Nur zu dumm: der aktuellste Installer für Windows unterstützt nur Python 2.5.

Gut, wozu kenne ich Software schon von den Lochkarten her? Die *.egg-Datei ist schnell heruntergeladen und noch schneller ausgepackt. Der Inhalt kommt in ein temporäres Verzeichnis und schon kann die Installation losgehen. Sie könnte losgehen. Wenn da nicht die Fehlermeldung wäre: “pkg_resources.DistributionNotFound: setuptools”.

Ein klassisches Problem: setuptools versucht sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen. Aber diesmal findet es sich nicht selbst. Auf Englisch heißt das Bootstrapping. Nach einigem Herumsuchen ist das auch die Lösung.
Die *.egg-Datei ist nicht nur etwas ähnliches wie eine ZIP-Datei, sie enthält zu Beginn auch direkt lesbaren Text:

#!/bin/sh
if [ `basename $0` = "setuptools-0.6c9-py2.6.egg" ]
then exec python2.6 -c "import sys, os; sys.path.insert(0, os.path.abspath('$0')); from setuptools.command.easy_install import bootstrap; sys.exit(bootstrap())" "$@"
else
  echo $0 is not the correct name for this egg file.
  echo Please rename it back to setuptools-0.6c9-py2.6.egg and try again.
  exec false
fi

Das ist zwar ein Shellskript und unter Windows so nicht wirklich zu gebrauchen, bringt meiner einen aber auf den richtigen Weg. *.egg-Dateien können offenbar in den Suchpfad von Python aufgenommen werden. Den absoluten Pfad meiner *.egg-Datei kenne ich, also kann ich einfach aufrufen:

C:\User\kreuz>python -c "import sys; sys.path.insert(0, 'C:/Users/kreuz/setuptools-0.6c9-py2.6.egg'); from setuptools.command.easy_install import bootstrap; sys.exit(bootstrap())"

… und die (Python-) Welt ist wieder in Ordnung.

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Danach bin ich ein Humanist, der fundamentales Christentum lehrt: If programming languages were religions…. Aber warum soll ich es nicht auch einmal mit Taoismus probieren? Über Voodoo bin ich ja schon hinaus ;-)

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